1944 Am 27.9. in Zams/Landeck,Tirol als Gerlinde Perdacher geboren. Ist das jüngste Mädchen von vier.

1945 Erkrankt an Knochentuberkulose. Unter schwierigsten Bedingungen bringt die Mutter das totkranke Kind auf die Stolzalpe/ Murau in die Steiermark.

Dort verbringt es 29 Monate im Gipsbett und lernt erst mit ca. vier Jahren wieder gehen und stehen.

1949 Kommt wieder in den Kreis der Familie nach Flirsch/Tirol


1950 Beginnt mit der 1. Klasse Volksschule. Muß ab nun ein schweres Eisenkorsett tragen und in der Nacht noch
im Gipsbett liegen.

1951 Wird von den Eltern auf die Klosterschule in Scharnitz bei Mittenwald geschickt, da der Schulweg in Flirsch zu weit ist. Erkrankt dort aber mehrmals an Lungenentzündung.

1953 Beendet die Volksschule und tritt in die Hauptschule in Landeck/Tirol ein.

1955 Muß wieder wegen recidiver TBC in stationäre Behandlung in die Krankenanstalt Valduna gebracht werden und kommt anschließend nach Viktorsberg auf die Sonnenheilstätte. Verbringt dort fast 1 1/2 Jahre. Wird trotzdem weiter unterrichtet

1957 Abschluß der Pflichtschule. Fällt durch dekorative Buntstiftzeichnungen, kreativen Scherenschnitten, Bleistiftzeichnungen nach der Natur und Porträtsdarstellungen in Ölkreide auf. Die Eltern werden angehalten eine Ausbildung in Richtung Kunst zu versuchen. Doch alle öffentlichen Institute raten ab. Das sei nichts für einen behinderten Menschen. Das sei unmöglich. Die Aussichten, für einen eigenen Lebensunterhalt aufzukommen, wären sicher nicht gegeben. Eine private Ausbildung zu finanzieren konnten sich die Eltern, 13 Jahre nach dem Krieg, nicht leisten.

1962 Beendet mit Erfolg die Handelsschule in Imst/Tirol und übersiedelt mit der Familie anschließend nach Zwentendorf an der Donau in Niederösterreich und beginnt in Klosterneuburg die Bürolaufbahn.

1968 Heiratet den Chemielaboranten Hans Peter Zickler aus Wien.

1969 Tochter Sonja kommt durch Kaiserschnitt auf die Welt.

1980 Überwindet die innerliche Demütigung, wobei die Familie sowie Freunde mit großer Liebe zur Seite stehen. Es entstehen wieder Zeichnungen, Malereien. Lernt auf der VHS Tulln, durch Meister Fortner mit der Ölfarbe umzugehen. Versucht durch Aktstudien bei dem Maler Cervenka das Auge zu schulen. Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen entstehen. Die Bilder sind immer wieder auf Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen.

1994 Erste große Ausstellung zum 50. Geburtstag in der Heimatstadt Tulln. Zeigt erstmals Selbstdarstellungen. Findet großen Zuspruch und Bewunderung. Wird Obfrau des Vereines MITEINANDER- LEBEN, um für eine bessere Kommunikation und für Förderung von Menschen mit besonderen Bedfürfnissen in unserer Gesellschaft zu kämpfen. Unterstützt die Elterninitiative, für diese Menschen in der Stadt ein Wohnheim mit Kommunikationsmöglichkeit zu schaffen.

1996 Der Gesundheitszustand läßt es nicht mehr zu, Beruf und Kunst zu vereinen. Mit 1.1. wird der Ruhestand wirksam. Widmet sich mehr der Malerei. Die ersten Runen-Aquarelle entstehen, so auch das Bild "Rosenmädchen". Erkennt, daß die Schöpfung Gerlinde Zickler mehr als nur ein Talent zum Malen und Zeichnen mit auf den Weg gegeben hat. Erforscht die Kräfte der Natur und findet so einen eigenen Weg. Um das tägliche Leben besser zu meistern, empfehlen die Ärzte in der Nacht mit Sauerstoff zu schlafen.

1998 Besucht ab dieser Zeit jeden Montag als Clown Tschitscho die Kinder im Spital und die Menschen im Landespflegeheim in Tulln. Erfüllt sich damit einen Herzenswunsch.

2000 Arbeitet für die nächste große Ausstellung im Oktober und veröffentlicht am 29.9.2000 ihr erstes Buch.

2000 Zwei Monate später lernt sie die Schauspielerin,Interpretin und Autorin Tatjana Aton kennen, finden Gemeinsamkeiten und beschließen sofort zusammen ein Theaterprojekt zu machen.

2001
Gerlinde Zickler, durch ihr Buch und großer Ausstellung im Herbst 2000 immer mehr als Rosenmädchen bekannt, geht am 6. Oktober 20 Uhr in ihrer Heimatstadt Tulln in der Kunstwerkstatt mit der Schauspielerin Tatjana Atonauf die Bühne.

Lebensfarben, eine Reise durch unsere Gesellschaft, heißt das Stück für zwei Personen. Eine literarisch, pantomimische Szenenfolge. Pantomimisch dargestellt durch Gerlinde Zickler. Die Künstlerin,deren Biographie von der Norm abweicht, mit einem Buckel als Zeichen, benützt ihren Körper als Ausdrucksform um starre Strukturen in unseren Gedanken aufzuweichen .
Für die Kuenstlerin ist der Koerper in einer Diskussionsmuehle mit politischen Diskursen, welche heute noch immer durch gesellschaftliche Sanktionen zum Ausdruck kommen.
2001 Frankfurtfer Buchmesse 10. bis 14. Okt : Die Autorin liest auf dem Stand des Literaturhauses Wien aus ihrem Buch Rosenmädchen und gibt Interviews.

Startet Mitte Dezember ein Filmprojekt mit Künstlern aus In und Ausland unter dem Titel «das Rosenmädchen auf der Suche nach der Quelle des Lichts».


2002 Vom 5. März bis 6. April: Frau Landeshauptmann-Stellvertreter Liese Prokopp eröffnet die Ausstellung Rosenmädchen mit über 40 Bildern in der Ausstellungsbrücke im Landhaus St. Pölten.

Am 17. April: eine Veranstaltung des Kath. Bildungswerkes Anthering . In der Reihe „Lebensbilder“ wird die Künstlerin vorgestellt. «Menschen die in Erinnerung bleiben, die etwas zu sagen haben, und denen man das, was sie sagen, auch abnimmt, weil es echt und von ihrem Leben gedeckt ist».


Die Rosenmädchenbilder werden zum ersten Mal im Ausland gezeigt. Am 22.Mai wird die Ausstellung im Kunstmuseum von Charkow/Ukraine eröffnet.


Am 10. bis 15. Juni werden 13 Giclée-Drucke aus dieser Serie zum Thema «FREMD» in der Max Gandolpf Bilbiothek, Univ. Salzburg gezeigt.



Im Rahmen der 11. Arlberger Kulturtage St. Anton/Arlberg wird die Ausstellung «Rosenmädchen», Lebensleidenschaften und Kunstgenüsse, am 19. Juli bis Sept. eröffnet.



4. bis 10. September: 15 Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern, Altersschichten, Kunstrichtungen und sozialem Hintergrund, unter ihnen Gerlinde Zickler, zeigen Bilder
zu dem Thema «Frauenformen».

2003 Ausstellung des gesamten Rosenmädchenzyklusses und eigene Lesung aus dem Buch der Künstlerin in der Galerie Schloss Landeck/Tirol vom 18. Juni bis 13. Juli.

Einkaufzentren entdecken die Malerin und Autorin.
Die Künstlerin wird vov Leiner Wien Nord und ECE Kapfenberg eingeladen um aus ihrem Leben zu erzählen und auch aus ihrem Buch zu lesen.